„Im Namen der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken …“

Urteile sowjetischer Militärtribunale (SMT) in Dresden

  • Name
    ID
  • Geburts­datum
    Geburts­ort
  • Verurteilungs­datum
  • Nachname: Herrmann
    Günter
  • Vorname: Günter
  • Geburtsdatum: 11.01.1931
    Zwickau-Planitz
  • Geburtsort: Zwickau-Planitz
  • Verurteilungsdatum:20.01.1950
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Gruppe der sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland (48240)
  • Gerichtsort:Dresden (Bautzner Straße)
  • Strafnormen: Art. 58-10/2, StGB RSFSR
    Art. 58-11, StGB RSFSR
  • Strafmaß:25 Jahre
  • Haftorte: Dresden (Bautzner Straße)
    Berlin-Lichtenberg (Gefängnis Nr. 6)
    Brest (Gefängnis Nr. 1)
    RetschLag (Sonderlager Nr. 6 Workuta)
    Tapiau
    Frankfurt (Oder) (Lager Nr. 69)
    Fürstenwalde (Heimkehrerlager)
  • Fotos:
    Hinweis: Für eine weitergehende Nutzung, zum Beispiel für eine Veröffentlichung, bedarf es der Zustimmung der Dokumentationsstelle Dresden. Bitte kontaktieren Sie uns dazu.
  • Weitere Dokumente:Hinweis: Für eine weitergehende Nutzung, zum Beispiel für eine Veröffentlichung, bedarf es der Zustimmung der Dokumentationsstelle Dresden. Bitte kontaktieren Sie uns dazu.
  • Kurzbiografie:Als Sträfling Nr. 20 M 244 in Workuta

    Günter Herrmann wuchs in Zwickau in einem sozialdemokratischen Elternhaus auf. Sein Großvater väterlicherseits war als Sozialdemokrat in einem nationalsozialistischen Konzentrationslager inhaftiert. Seine Eltern betrieben ein Lebensmittelgeschäft. Zeitweise musste Günter Herrmann die Schule pausieren, um ihm Geschäft mitzuhelfen.

    Nach dem Abitur an der Käthe-Kollwitz-Oberschule in Zwickau im Juni 1949 immatrikulierte er sich im Oktober 1949 im Fach Chemie an der Universität Leipzig. Dort spürte er schon bald den massiven Druck von Seiten der SED und der FDJ, sich für den Aufbau des Sozialismus in der DDR zu engagieren. Gemeinsam mit Gleichgesinnten sann er auf Möglichkeiten, sich dem entgegenzustellen. So kam er in Kontakt zu dem Studenten Herbert Belter, der sie mit politischer Literatur sowie mit Flugblättern vom Hochschulfunk des Rundfunksenders RIAS in West-Berlin versorgte. Das Material gab er an Freunde weiter und verteilte es in den Hörsälen.

    Am 6. Oktober 1950 wurde Günter Herrmann im Labor in der Leipziger Liebigstraße von Mitarbeitern der DDR-Staatssicherheit verhaftet. Ein Mitstudent hatte ihn dafür unter einem Vorwand aus dem Labor gelockt. Günter Herrmann versuchte sich der Verhaftung zu entziehen, doch dies misslang. Die Staatssicherheit überstellte ihn drei Tage später in die Dresdner Untersuchungshaftanstalt der sowjetischen Geheimpolizei. Mit ihm standen neun weitere junge Leute aus dem Umfeld von Herbert Belter vor Gericht.

    Nach mehr als dreimonatiger Untersuchungshaft in Dresden verurteilte ihn das Militärtribunal der Gruppe der sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland am 20. Januar 1951 in Dresden wegen antisowjetischer Propaganda und Mitgliedschaft in einer konterrevolutionären Organisation zu 25 Jahren Haft in einem „Besserungsarbeitslager“.

    Ihm wurde die Verbreitung von antisowjetischen Flugblättern und Literatur zur Last gelegt. Unter anderem hatte man bei einer Durchsuchung seines Zimmers, in dem er zur Untermiete wohnte, ein Flugblatt mit dem Titel „Herzlich Willkommen, Befreier“ gefunden. Es übte Kritik am Verhalten der Besatzungsmacht gegenüber der Bevölkerung.

    Die Haftstrafe verbüßte Günter Herrmann im Lagerkomplex Retschlag in Workuta. Dort leistete er schwerste Zwangsarbeit im Bergbauschacht 9/10: Löcher bohren, Sprengen, Kohle schaufeln, Flöze abstützen usw. Konnte die Norm trotz größter Anstrengungen nicht erfüllt werden, mussten zur Strafe eingeschneite Baumstämme von einem Eisenbahnwaggon entladen werden – eine lebensgefährliche Arbeit. Seine guten Russischkenntnisse halfen ihm beim Überleben, wie auch die Mitgliedschaft in der Lagerfußballmannschaft. Vom Tag seiner Verhaftung bis zur Entlassung erfuhren seine Eltern nichts über seinen Verbleib. Am 28. Dezember 1953 wurde er aus dem Heimkehrerlager Fürstenwalde (Spree) nach Hause entlassen.

    Am 9. Januar 1954 flüchtete er nach West-Berlin und immatrikulierte sich dort an der Freien Universität Berlin im Fach Chemie. Später wechselte er an die Technische Universität Berlin, um zusätzlich chemische Verfahrenstechnik zu studieren. Am 30. Juni 1961 promovierte er zum Dr. Ing.

    Kurze Zeit später fand er eine Anstellung bei BASF in Ludwigshafen. 1983 erfolgte die Ernennung zum Direktor im Produktionsbereich und zum Vorstandsmitglied einer englischen BASF-Tochter. 1993 wurde Günter Herrmann pensioniert.

    Die Hauptmilitärstaatsanwaltschaft der Russischen Föderation rehabilitierte Günter Herrmann am 23. Mai 1994 als Opfer politischer Repressionen. In einem Gutachten heißt es zur Begründung unter anderem, dass sowjetische Gesetze nicht auf ihn und seine Mitstreiter hätten angewendet werden dürfen, da es sich bei ihnen um ausländische Staatsbürger handelte, die ihre Aktivitäten außerhalb der UdSSR entfalteten.

    Am 25. April 2007 erhielt Günter Herrmann das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.
  • Identifikationsnr.:698798
  • Nachname: Herrmann
    Herbert
  • Vorname: Herbert
  • Geburtsdatum: 23.07.1900
    Schönau-Siegmar
  • Geburtsort: Schönau-Siegmar
  • Verurteilungsdatum:17.08.1948
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Sachsen (SMA/Land)
  • Gerichtsort:Dresden
  • Strafnormen: Kontrollratsgesetz Nr. 10, Art. II, 3c
  • Strafmaß:Lebenslänglich
  • Haftorte: Dresden (NKWD/MWD)
    Bautzen (Speziallager)
    Bautzen I
    Brandenburg-Görden (StVA)
  • Identifikationsnr.:698799
  • Nachname: Herrmann
    Kurt
  • Vorname: Kurt
  • Geburtsdatum: 13.10.1886
    Niederfrohna
  • Geburtsort: Niederfrohna
  • Verurteilungsdatum:21.08.1948
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Sachsen (SMA/Land)
  • Gerichtsort:Dresden
  • Strafnormen: Kontrollratsgesetz Nr. 10, Art. II
  • Strafmaß:25 Jahre
  • Haftorte: Dresden
    Bautzen (Speziallager)
    Bautzen I
  • Identifikationsnr.:698797
  • Nachname: Herschbach
    Anton
  • Vorname: Anton
  • Geburtsdatum: 15.04.1906
    Trier
  • Geburtsort: Trier
  • Verurteilungsdatum:22.05.1947
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Sachsen (SMA/Land)
  • Gerichtsort:Dresden (Münchner Platz)
  • Strafnormen: Art. 58-6/1, StGB RSFSR
  • Strafmaß:Todesstrafe
  • Haftorte: Dresden (Münchner Platz)
    Torgau
    Bautzen
    Halle (Saale)
  • Identifikationsnr.:700630
  • Nachname: Herz
    Karl
  • Vorname: Karl
  • Geburtsdatum: 15.08.1928
    Drauschkowitz
  • Geburtsort: Drauschkowitz
  • Verurteilungsdatum:08.06.1948
  • Mehr:
  • Gericht:SMT 1. Garde-Panzerarmee/Mechanisierte Armee (08640)
  • Gerichtsort:Radebeul
  • Strafnormen: Art. 58-6, StGB RSFSR
  • Strafmaß:25 Jahre
  • Haftorte: Radebeul
    Sachsenhausen (Speziallager)
    Brest (Gefängnis Nr. 1)
    Orscha
    MinLag (Sonderlager Nr. 1 Inta)
    Suchobeswodnoje (UnschLag)
  • Identifikationsnr.:643922
  • Nachname: Heyden
    Charlotte
  • Vorname: Charlotte
  • Geburtsdatum: 02.03.1902
    Görlitz
  • Geburtsort: Görlitz
  • Verurteilungsdatum:13.08.1949
  • Mehr:
  • Gericht:OSO (Sonderberatung NKWD/MWD/MGB)
  • Gerichtsort:Dresden (Münchner Platz)
  • Strafnormen: Art. 58-11, StGB RSFSR
    Art. 58-4, StGB RSFSR
    Art. 58-6, StGB RSFSR
  • Strafmaß:25 Jahre
  • Haftorte: Dresden (Münchner Platz)
    Sachsenhausen (Speziallager)
    Brest (Gefängnis Nr. 1)
    Orscha
    Dubrawlag (Sonderlager Nr. 3, Jawas)
    Potma (Dubrawlag)
    Tapiau
    Frankfurt (Oder) (Lager Nr. 69)
  • Fotos:
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  • Kurzbiografie:Verhaftet als Mitglied einer liberalen Oppositionsgruppe in Görlitz

    Charlotte Heyden, geborene Kasper, wuchs in Görlitz auf. Ihr besonderes Interesse für soziale Fragen mündete in eine Ausbildung im Arbeitsamt Görlitz. Die in Aussicht stehende Stelle bei der Berufsberatung konnte sie jedoch nach der nationalsozialistischen Machtergreifung wegen „politischer Unzuverlässigkeit“ nicht antreten.

    Wenige Monate nach Ende des Zweiten Weltkrieges, Ende Oktober 1945, übertrug man ihr die Abteilung für weibliche Berufsberatung im Görlitzer Arbeitsamt. Sie trat der Liberal-Demokratischen Partei (LDP) bei und wurde nach den Kommunalwahlen im Oktober 1946 in den Rat der Stadt Görlitz gewählt. Dort übernahm sie das Dezernat für Handel und Versorgung.

    Ihre ablehnende Haltung gegenüber der Etablierung der kommunistischen Diktatur durch die SED und die sowjetische Besatzungsmacht führte sie mit Gleichgesinnten zusammen. Sie wurde Mitglied einer Oppositionsgruppe um den Fraktionsvorsitzenden der LDP im Görlitzer Stadtparlament, Dr. Walter Schade. Die Gruppe nahm unter anderem Kontakt zum SPD-Ostbüro in Westberlin auf.

    Die sowjetische Geheimpolizei zerschlug die Gruppe im Herbst 1947. Am 28. Oktober wurde Charlotte Heyden auf einer Dienstfahrt nach Berlin durch sowjetische Sicherheitsorgane verhaftet und anschließend in die Haftanstalt Münchner Platz eingeliefert. Nach fast zweijähriger Untersuchungshaft verurteilte sie die Sonderberatung des Ministeriums der Staatssicherheit der UdSSR (OSO) per Fernurteil am 13. August 1949 nach den Artikeln 58-4 (Begünstigung der internationalen Bourgeoisie), 58-6 (Spionage) und 58-11 (illegale Gruppenbildung) des StGB der RSFSR zu 25 Jahren Haft. Ebenfalls festgenommen und gesondert verurteilt wurden Walter Adam, Ursula Hupka, Willi Leisten, Horst Otte und Dr. Helmut Schaefer. Dr. Walter Schade verstarb noch vor der Verurteilung während der Haft am Münchner Platz.

    Über das sowjetische Speziallager Sachsenhausen wurde Charlotte Heyden im November 1949 in die UdSSR deportiert. Ihre Strafe verbüßte sie im DubrawLag (Eichenhainlager) bei Potma in Mordowien. Am 27. Dezember 1953 entließ man die von den jahrelangen Entbehrungen Gezeichnete und schwer Erkrankte. Bereits im Januar 1954 flüchtete sie von Görlitz nach Westdeutschland. Sie trat der SPD bei und engagierte sich später als Leiterin der Berliner Zweigstelle des Ostbüros der SPD für Flüchtlinge und politisch Verfolgte aus der DDR.

    Am 2. April 1990 wurde Charlotte Heyden auf der Grundlage eines Erlasses des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR vom 16. Januar 1989 „Über zusätzliche Maßnahmen zur Wiederherstellung der Gerechtigkeit in Bezug auf Opfer von Repressionen in den 30er- und 40er- sowie am Beginn der 50er-Jahre“ posthum rehabilitiert. Ihre Leidensgenossin und Mitarbeiterin im SPD-Ostbüro Käthe Fraedrich verarbeitete ihr Schicksal und die gemeinsamen Hafterfahrungen am Münchner Platz und in den sowjetischen Lagern im 2001 erschienenen Roman „Im Gulag der Frauen“.
  • Identifikationsnr.:700808
  • Nachname: Heydrich
    Gertrud
  • Vorname: Gertrud
  • Geburtsdatum: 02.07.1909
    Kairo
  • Geburtsort: Kairo
  • Verurteilungsdatum:04.09.1948
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Sachsen (SMA/Land)
  • Gerichtsort:Dresden
  • Strafnormen: Art. 16-17-107, StGB RSFSR
  • Strafmaß:6 Jahre
  • Haftorte: Dresden (NKWD/MWD)
    Sachsenhausen (Speziallager)
  • Identifikationsnr.:698813
  • Nachname: Heynitz
    Benno von
  • Vorname: Benno von
  • Geburtsdatum: 22.12.1924
    Dresden
  • Geburtsort: Dresden
  • Verurteilungsdatum:20.11.1947
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Sachsen (SMA/Land)
  • Gerichtsort:Dresden (Münchner Platz)
  • Strafnormen: Art. 58-10/2, StGB RSFSR
    Art. 58-11, StGB RSFSR
  • Strafmaß:25 Jahre
  • Haftorte: Dresden
    Bautzen
    Dresden (Münchner Platz)
    Bautzen (Speziallager)
    Bautzen I
    Brandenburg-Görden (StVA)
    Berlin-Hohenschönhausen (Lager X)
    Luckau (StVA)
  • Fotos:
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  • Kurzbiografie:Anklage: „Sozialdemokratismus“

    Der gebürtige Dresdner wuchs als Sohn des promovierten Juristen Aurel von Heynitz und Ilse von Wuthenau zusammen mit seinem drei Jahre älteren Bruder Wichard auf dem Rittergut Weicha bei Bautzen auf. Wegen ihrer antinationalsozialistischen Einstellung wurde die Familie 1935 faktisch enteignet. Der Vater starb im März 1938, den geistig leicht behinderten Wichard ermordeten die Nationalsozialisten am 8. Mai 1941 in der Landesanstalt Pirna-Sonnenstein. Benno von Heynitz begann, ausländische Sender abzuhören, von gegnerischen Flugzeugen abgeworfene Flugblätter zu sammeln und oppositionelle Kettenbriefe weiterzuverbreiten. Im September 1942 meldete er sich freiwillig zur Wehrmacht, in der er als Unteroffizier diente. Während eines Einsatzes erlitt er eine schwere Lungenverletzung.

    Im Mai 1945 kehrte Benno von Heynitz nach Weicha zurück und arbeitete zunächst als Knecht. Nach dem Besuch eines achtmonatigen Neulehrerkurses unterrichtete er ab 1. September 1946 in der Volksschule von Baruth bei Bautzen.

    Bereits im Juli 1945 war er in die LDP eingetreten, um den demokratischen Neuaufbau aktiv mitzugestalten. Er gründete einen Ortsverein in Gröditz bei Bautzen und übernahm dessen Vorsitz. Schon bald erkannte er, dass die Besatzungsmacht und die deutschen Kommunisten in der sowjetischen Besatzungszone eine neue Diktatur errichteten. Diese Einsicht war vor allem Ergebnis der erzwungenen Vereinigung von SPD und KPD sowie von Fälschungen bei den Gemeindewahlen am 1. September 1946 in Gröditz. Benno von Heynitz setzte sich für eine selbstständige SPD in der SBZ ein und nahm Kontakt zu West-Berliner Sozialdemokraten auf. In der Folge scharte er drei Mitstreiter um sich. Gemeinsam begannen sie, im August 1947 mehrere tausend Flugblätter, Broschüren und Plakate zu verteilen, auf denen die Wiederzulassung der SPD in der SBZ gefordert wurde.

    Nachdem einer der Mitstreiter auf frischer Tat durch eine Polizeistreife ertappt und zwei weitere verhaftet worden waren, flüchtete Benno von Heynitz nach West-Berlin. Dort unterrichtete er die SPD über die Verhaftungen. Er beging anschließend jedoch den Fehler, eine Cousine in Potsdam aufzusuchen, die bereits überwacht wurde. Bei ihr wurde er am Vormittag des 23. August 1947 verhaftet.

    Nach knapp dreimonatiger Untersuchungshaft bei der K 5 und der sowjetischen Geheimpolizei in Bautzen und Dresden verurteilte das Militärtribunal der Sowjetischen Militäradministration des Landes Sachsen den 22-Jährigen am 20. November 1947 am Münchner Platz in Dresden auf der Grundlage von Artikel 58-10, Abschnitt 2 und Artikel 58-11 StGB der RSFSR zu 25 Jahren Haft in einem „Besserungsarbeitslager“. Mit ihm wurden auch seine Mitstreiter Peter Cremer, Paul Wukasch und Hellmut Wenke abgeurteilt.

    Die Haftstrafe verbüßte Benno von Heynitz im Speziallager Bautzen, in den DDR-Strafvollzugsanstalten Bautzen, Brandenburg-Görden und Luckau sowie im Haftarbeitslager X Berlin-Hohenschönhausen. Am 31. Mai 1956 wurde er nach fast neunjähriger Haft entlassen.

    Anschließend siedelte er in die Bundesrepublik über. Im März 1957 schloss er einen Lehrgang für Spätheimkehrer mit dem Abitur ab. Danach studierte er Rechtswissenschaften, im April 1967 legte er die zweite Staatsprüfung ab. Von 1967 bis zu seiner Pensionierung 1986 war er Ministerialbeamter beim Hessischen Minister für Bundesangelegenheiten.

    Nachdem sich Benno von Heynitz am 30. Oktober 1989 bei einem Besuch in Leipzig an der Montagsdemonstration beteiligt hatte, stieß er nach der Maueröffnung die Gründung eines Verbandes der ehemaligen Bautzen-Häftlinge an, die am 31. März 1990 in die Gründung des Bautzen-Komitees mündete.

    Die Hauptmilitärstaatsanwaltschaft der Russischen Föderation rehabilitierte Benno von Heynitz am 9. August 1996 als Opfer politischer Repressionen. In einem Gutachten heißt es zur Begründung, in der Strafakte befänden sich keine Beweise für seine Schuld.
  • Identifikationsnr.:698819
  • Nachname: Hilbig
    Horst
  • Vorname: Horst
  • Geburtsdatum: 29.05.1928
    Liegnitz
  • Geburtsort: Liegnitz
  • Verurteilungsdatum:16.07.1948
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Sachsen (SMA/Land)
  • Gerichtsort:Dresden (Münchner Platz)
  • Strafnormen: Art. 58-6/1, StGB RSFSR
  • Strafmaß:25 Jahre
  • Haftorte: Aue
    Johanngeorgenstadt
    Dresden (Münchner Platz)
    Bautzen (Speziallager)
    Bautzen I
  • Fotos:
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  • Kurzbiografie:Fünfeinhalb Jahre als „Spion“ in Bautzen, weil er sich einer Dienstverpflichtung zur Wismut durch Flucht in den Westen entzogen hatte

    Horst Hilbig wuchs im niederschlesischen Liegnitz (heute Legnica, PL) und in Brandenburg an der Havel auf. Dort absolvierte er nach Schulabschluss 1942 im Arado-Flugzeugwerk eine Lehre zum Elektriker. Das Kriegsende erlebte er als Soldat der Panzer-Division „Hermann Göring“ in Aussig (heute Ústí nad Labem, CZ). Von dort schlug er sich zu Fuß nach Hause in Brandenburg durch.

    Später begann er bei der Brandenburgischen Städtebahn im Telegrafendienst zu arbeiten. Nach der Entlassung mangels Aufträgen erhielt er vom Arbeitsamt eine Dienstverpflichtung zur Wismut nach Aue. Da er jedoch vor dem Uranbergbau Angst um seine Gesundheit hatte, verließ Horst Hilbig am 23. Februar 1948 Brandenburg, um im Westen Arbeit zu suchen. Er fand Anstellung auf einem britischen Militärflugplatz.

    Dort erfuhr er kurze Zeit später, dass sein Vater aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft nach Hause zurückgekehrt war und wollte ihn in Brandenburg besuchen. Beim Versuch der Einreise in die SBZ wurde er am 29. Mai 1948 an der Grenze in Marienborn von deutschen Polizisten verhaftet. Er war im Fahndungsbuch erfasst, da er sich der Dienstverpflichtung zur Wismut entzogen hatte.

    Die Polizisten brachten ihn nach Aue und übergaben ihn dort der sowjetischen Besatzungsmacht. Von Aue gelangte er über Johanngeorgenstadt nach Dresden in das Untersuchungsgefängnis des Operativsektors der Sowjetischen Militäradministration für das Land Sachsen am Münchner Platz. Hier warf man ihm vor, er habe sich in der britischen Zone vom englischen Geheimdienst anwerben lassen und verpflichtet, sowjetische Truppenteile auszukundschaften, Informationen über demontierte Betriebe zu sammeln und die Stimmung in der Bevölkerung gegenüber der Besatzungsmacht zu ermitteln. Ausweislich eines vorliegenden Vernehmungsprotokolls vom 2. Juli 1948 erklärte Horst Hilbig, er habe sich nur zum Schein zur Zusammenarbeit verpflichtet, um zu seiner Familie ausreisen zu können. Die Spionageaufträge habe er nicht ausgeführt. In einem Interview 2021 versicherte Horst Hilbig, er habe niemals Kontakte zum englischen Geheimdienst gehabt. Während der Vernehmungen in Dresden sei er mehrfach geschlagen worden bis er alles gestanden habe, was die Vernehmer von ihm hören wollten.

    Am 16. Juli 1948 verurteilte das Militärtribunal der Sowjetischen Militäradministration Sachsen Horst Hilbig am Münchner Platz auf der Grundlage von Art. 58-6 StGB der RSFSR wegen Spionage zu 25 Jahren „Besserungsarbeitslager“. Die Strafe verbüßte er zunächst im Speziallager Bautzen und nach dessen Auflösung in der DDR-Strafanstalt Bautzen, aus der er am 17. Januar 1954 entlassen wurde.

    Die Wiedereinstellung bei der Bahn scheiterte, da Horst Hilbig wegen seiner Haft als „politisch unzuverlässig“ galt. Deshalb flüchtete er aus Brandenburg nach Westberlin und von dort später nach Westdeutschland.

    In einer Flüchtlingsunterkunft lernte er seine spätere Frau Käthe kennen, mit der er zwei Töchter bekam. Zunächst war er als Fahrzeugelektriker tätig, später arbeitete er als Versicherungskaufmann.

    Die Hauptmilitärstaatsanwaltschaft der Russischen Föderation rehabilitierte Horst Hilbig am 6. August 2001. In dem für die Entscheidung erstellten Gutachten heißt es, die Ermittlungsakte enthalte weder Zeugenaussagen noch Dokumente, die Spionage belegen würden.

    Horst Hilbig verstarb am 20. Oktober 2023 in Ulm.
  • Identifikationsnr.:698823
  • Nachname: Hilbrich
    Willi
  • Vorname: Willi
  • Geburtsdatum: 19.03.1903
    Ebersbach
  • Geburtsort: Ebersbach
  • Verurteilungsdatum:15.11.1950
  • Mehr:
  • Gericht:SMT 1. Garde-Panzerarmee/Mechanisierte Armee (08640)
  • Gerichtsort:Dresden
  • Strafnormen: Kontrollratsgesetz Nr. 10
  • Strafmaß:25 Jahre
  • Haftorte: Bautzen I
  • Identifikationsnr.:698825
  • Nachname: Hildmann
    Claus
  • Vorname: Claus
  • Geburtsdatum: 22.12.1928
    Dresden
  • Geburtsort: Dresden
  • Verurteilungsdatum:12.01.1952
  • Mehr:
  • Gericht:SMT 1. Garde-Panzerarmee/Mechanisierte Armee (08640)
  • Gerichtsort:Dresden (Bautzner Straße)
  • Strafnormen: Art. 58-10/2, StGB RSFSR
  • Strafmaß:25 Jahre
  • Haftorte: Dresden (NKWD/MWD)
    Bautzen I
    Dresden (MfS-UHA)
    Brest (Gefängnis Nr. 1)
    RetschLag (Sonderlager Nr. 6 Workuta)
    Frankfurt (Oder) (Lager Nr. 69)
  • Weitere Dokumente:Hinweis: Für eine weitergehende Nutzung, zum Beispiel für eine Veröffentlichung, bedarf es der Zustimmung der Dokumentationsstelle Dresden. Bitte kontaktieren Sie uns dazu.
  • Identifikationsnr.:698830
  • Nachname: Hilgner
    Herbert
  • Vorname: Herbert
  • Geburtsdatum: 28.10.1896
    Breslau, Niederschlesien (heute Wrocław, Polen)
  • Geburtsort: Breslau, Niederschlesien (heute Wrocław, Polen)
  • Verurteilungsdatum:23.09.1949
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Sachsen (SMA/Land)
  • Gerichtsort:Dresden
  • Strafnormen: Art. 58-10/2, StGB RSFSR
  • Strafmaß:25 Jahre
  • Haftorte: Bautzen (Speziallager)
    Bautzen I
  • Weitere Dokumente:Hinweis: Für eine weitergehende Nutzung, zum Beispiel für eine Veröffentlichung, bedarf es der Zustimmung der Dokumentationsstelle Dresden. Bitte kontaktieren Sie uns dazu.
  • Identifikationsnr.:698831
  • Nachname: Hinz
    Herbert
  • Vorname: Herbert
  • Geburtsdatum: ??.??.1912
    Seefeld, Kr. Karthaus, Westpreußen (Przodkowo)
  • Geburtsort: Seefeld, Kr. Karthaus, Westpreußen (Przodkowo)
  • Verurteilungsdatum:20.11.1947
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Sachsen (SMA/Land)
  • Gerichtsort:Dresden (Münchner Platz)
  • Strafnormen: Art. 58-6/1, StGB RSFSR
  • Strafmaß:25 Jahre
  • Haftorte: Dresden (Münchner Platz)
    Bautzen (Speziallager)
  • Identifikationsnr.:3421254
  • Nachname: Hippold
    Heinz-Fritz
  • Vorname: Heinz-Fritz
  • Geburtsdatum: 08.05.1914
     
  • Geburtsort:  
  • Verurteilungsdatum:29.12.1949
  • Mehr:
  • Gericht:SMT 1. Garde-Panzerarmee/Mechanisierte Armee (08640)
  • Gerichtsort: 
  • Strafnormen: Art. 58-6/2, StGB RSFSR
  • Strafmaß:10 Jahre
  • Haftorte:
  • Identifikationsnr.:3420641
  • Nachname: Hirschnitz
    Paul
  • Vorname: Paul
  • Geburtsdatum: 10.03.1904
    Gröditz
  • Geburtsort: Gröditz
  • Verurteilungsdatum:22.04.1948
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Sachsen (SMA/Land)
  • Gerichtsort:Dresden
  • Strafnormen: Kontrollratsgesetz Nr. 10
  • Strafmaß:25 Jahre
  • Haftorte: Dresden
    Bautzen (Speziallager)
    Bautzen I
    Luckau (StVA)
    Berlin-Hohenschönhausen (Lager X)
  • Identifikationsnr.:698844
  • Nachname: Hoche
    Rudolf
  • Vorname: Rudolf
  • Geburtsdatum: 20.11.1921
    Sundhausen / Sangerhausen
  • Geburtsort: Sundhausen / Sangerhausen
  • Verurteilungsdatum:19.12.1947
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Sachsen (SMA/Land)
  • Gerichtsort:Dresden
  • Strafnormen: Art. 58-6/1, StGB RSFSR
  • Strafmaß:25 Jahre
  • Haftorte: Bautzen (Speziallager)
    Bautzen I
  • Identifikationsnr.:698848
  • Nachname: Hochgemuth
    Eberhard
  • Vorname: Eberhard
  • Geburtsdatum: ??.??.1910
     
  • Geburtsort:  
  • Verurteilungsdatum:07.04.1950
  • Mehr:
  • Gericht:SMT 1. Garde-Panzerarmee/Mechanisierte Armee (08640)
  • Gerichtsort:Dresden
  • Strafnormen: Kontrollratsgesetz Nr. 10
  • Strafmaß:25 Jahre
  • Haftorte: Bautzen I
  • Identifikationsnr.:644778
  • Nachname: Hockauf
    Fred
  • Vorname: Fred
  • Geburtsdatum: 28.09.1919
    Zuckmantel (Sosnová u České Lípy OT Lesná)
  • Geburtsort: Zuckmantel (Sosnová u České Lípy OT Lesná)
  • Verurteilungsdatum:20.12.1949
  • Mehr:
  • Gericht:SMT 1. Garde-Panzerarmee/Mechanisierte Armee (08640)
  • Gerichtsort:Dresden
  • Strafnormen: Art. 58-10/2, StGB RSFSR
  • Strafmaß:10 Jahre
  • Haftorte: Dresden (NKWD/MWD)
    Sachsenhausen (Speziallager)
    Untermaßfeld (StVA)
    Brandenburg-Görden (StVA)
  • Weitere Dokumente:Hinweis: Für eine weitergehende Nutzung, zum Beispiel für eine Veröffentlichung, bedarf es der Zustimmung der Dokumentationsstelle Dresden. Bitte kontaktieren Sie uns dazu.
  • Identifikationsnr.:644798
  • Nachname: Hoffmann
    Alfred
  • Vorname: Alfred
  • Geburtsdatum: 31.12.1909
    Bad Charlottenbrunn (Jedlina-Zdrój)
  • Geburtsort: Bad Charlottenbrunn (Jedlina-Zdrój)
  • Verurteilungsdatum:18.02.1950
  • Mehr:
  • Gericht:SMT 1. Garde-Panzerarmee/Mechanisierte Armee (08640)
  • Gerichtsort:Dresden (Münchner Platz)
  • Strafnormen: Art. 58-10/2, StGB RSFSR
    Art. 58-11, StGB RSFSR
  • Strafmaß:25 Jahre
  • Haftorte: Dresden (Münchner Platz)
    Bautzen I
    Brandenburg-Görden (StVA)
  • Weitere Dokumente:Hinweis: Für eine weitergehende Nutzung, zum Beispiel für eine Veröffentlichung, bedarf es der Zustimmung der Dokumentationsstelle Dresden. Bitte kontaktieren Sie uns dazu.
  • Identifikationsnr.:645007
  • Nachname: Hoffmann
    Friedrich Hermann
  • Vorname: Friedrich Hermann
  • Geburtsdatum: ??.??.1913
    Zittau
  • Geburtsort: Zittau
  • Verurteilungsdatum:11.10.1949
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Sachsen (SMA/Land)
  • Gerichtsort:Dresden (Münchner Platz)
  • Strafnormen: Art. 58-6/1, StGB RSFSR
  • Strafmaß:25 Jahre
  • Haftorte: Dresden (Münchner Platz)
    Dresden
    Bautzen (Speziallager)
  • Identifikationsnr.:3419679
  • Nachname: Hoffmann
    Johann
  • Vorname: Johann
  • Geburtsdatum: 22.10.1914
    Dresden
  • Geburtsort: Dresden
  • Verurteilungsdatum:07.07.1947
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Sachsen (SMA/Land)
  • Gerichtsort:Dresden
  • Strafnormen: Erlass vom 4.6.1947
  • Strafmaß:12 Jahre
  • Haftorte: Dresden (NKWD/MWD)
    Sachsenhausen (Speziallager)
    Untermaßfeld (StVA)
    Brandenburg-Görden (StVA)
  • Identifikationsnr.:698855
  • Nachname: Hofmann
    Herbert
  • Vorname: Herbert
  • Geburtsdatum: 24.02.1911
    Thalheim / Erzgebirge
  • Geburtsort: Thalheim / Erzgebirge
  • Verurteilungsdatum:17.08.1949
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Sachsen (SMA/Land)
  • Gerichtsort:Dresden
  • Strafnormen: Kontrollratsgesetz Nr. 10, Art. II, 1b
  • Strafmaß:Lebenslänglich
  • Haftorte: Dresden (NKWD/MWD)
    Bautzen (Speziallager)
    Brandenburg-Görden (StVA)
  • Identifikationsnr.:698866
  • Nachname: Hofmann
    Martin
  • Vorname: Martin
  • Geburtsdatum: 01.02.1926
    Adorf / Vogtland
  • Geburtsort: Adorf / Vogtland
  • Verurteilungsdatum:07.07.1948
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Sachsen (SMA/Land)
  • Gerichtsort:Radebeul
  • Strafnormen: Art. 16-58-4, StGB RSFSR
    Art. 59-9, StGB RSFSR
  • Strafmaß:25 Jahre
  • Haftorte: Radebeul
    Bautzen (Speziallager)
    Bautzen I
  • Identifikationsnr.:3421246
  • Nachname: Hofmann
    Rudolf
  • Vorname: Rudolf
  • Geburtsdatum: 16.07.1925
    Magwitz (Oelsnitz)
  • Geburtsort: Magwitz (Oelsnitz)
  • Verurteilungsdatum:07.07.1947
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Sachsen (SMA/Land)
  • Gerichtsort:Dresden
  • Strafnormen: Art. 58-6/1, StGB RSFSR
  • Strafmaß:10 Jahre
  • Haftorte: Dresden
    Bautzen (Speziallager)
    Bautzen I
  • Identifikationsnr.:698864

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