„Im Namen der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken …“

Urteile sowjetischer Militärtribunale (SMT) in Dresden

  • Name
    ID
  • Geburts­datum
    Geburts­ort
  • Verurteilungs­datum
  • Nachname: Lack
    Herbert
  • Vorname: Herbert
  • Geburtsdatum: 23.10.1899
    Dresden
  • Geburtsort: Dresden
  • Verurteilungsdatum:18.2.1950
  • Mehr:
  • Gericht:SMT 1. Garde-Panzerarmee/Mechanisierte Armee (08640)
  • Gerichtsort:Dresden (Münchner Platz)
  • Strafnormen: Art. 58-10/2, StGB RSFSR
    Art. 58-11, StGB RSFSR
  • Strafmaß:25 Jahre
  • Haftorte: Dresden (Münchner Platz)
    Bautzen I
    Halle (Saale) "Roter Ochse"
  • Fotos:
    Hinweis: Für eine weitergehende Nutzung, zum Beispiel für eine Veröffentlichung, bedarf es der Zustimmung der Dokumentationsstelle Dresden. Bitte kontaktieren Sie uns dazu.
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  • Kurzbiografie:25 Jahre Lagerhaft für antisowjetische Propaganda

    Herbert Lack wurde in Dresden geboren. Er war Elektriker und verheiratet. Die Ehe blieb kinderlos. Während der Herrschaft der Nationalsozialisten war er weder Mitglied der NSDAP noch in einer ihrer Parteiorganisationen. Im Zweiten Weltkrieg diente er als Funker bei der Kriegsmarine.

    Nach dem Krieg lebten Lack und seine Frau in Görlitz. Dort arbeitete er als Kaufmann und war als Anzeigenleiter des Lesezirkels „Daheim“ beschäftigt. 1946 trat er zudem der LDP bei.

    Die LDP fand im Raum Görlitz starken Zuspruch, was sich im Herbst 1946 bei den Gemeindewahlen deutlich zeigte. Diesen Erfolg betrachteten die Funktionäre der SED mit Argwohn und setzten immer deutlicher ihren Machtanspruch durch. Mit Rückendeckung der Besatzungsmacht setzte die Partei immer offener ihren Kurs der „Demokratisierung“ nach sowjetischem Vorbild um.

    Vor allem in LDP- und CDU-Kreisen sorgte dies zunehmend für Unmut und Frustration. Darunter auch bei dem damaligen LDP-Kreisverbandsleiter für Weißwasser-Görlitz, Konrad Brettschneider, der sich mit einigen Unzufriedenen in seinem Umfeld vernetzte, darunter Lack. Zudem nahm Brettschneider Kontakt zur FDP in West-Berlin auf.

    Dies entging den sowjetischen Sicherheitsorganen nicht. Es kam um die Jahreswende 1948/1949 zu einer koordinierten Verhaftungsaktion, bei der mehrere LDP- und CDU-Mitglieder aus Brettschneiders Umfeld verhaftet wurden. Unter ihnen war auch Lack, der am 30. Dezember 1948 festgenommen und in die sowjetische Untersuchungshaft nach Dresden überführt wurde.

    Nach über einem Jahr Untersuchungshaft mit zahllosen Verhören kam es vor dem sowjetischen Militärtribunal der 1. Garde-Panzerarmee am 18. Februar 1950 am Münchner Platz in Dresden zu einem Gruppenprozess mit 15 Angeklagten. In ihm wurde Lack für die Verbreitung antisowjetischer Flugblätter und die Mitgliedschaft in einer illegalen Organisation zu 25 Jahren Haft in einem „Besserungsarbeitslager“ verurteilt.

    Nach der Verurteilung erfolgte seine Verlegung in die Strafvollzugsanstalt Bautzen I. Von dieser wurde er am 3. Dezember 1953 in die Haftanstalt „Roter Ochse“ in Halle verlegt. Sein weiteres Schicksal ist ungeklärt.

    Die Hauptmilitärstaatsanwaltschaft der Russischen Föderation rehabilitierte Herbert Lack am 17. November 1994 als Opfer politischer Repressionen.
  • Identifikationsnr.:699247
  • Nachname: Lägel
    Max
  • Vorname: Max
  • Geburtsdatum: 5.4.1909
    Breunsdorf, Kr. Borna
  • Geburtsort: Breunsdorf, Kr. Borna
  • Verurteilungsdatum:5.3.1952
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Gruppe der sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland (48240)
  • Gerichtsort:Dresden (Bautzner Straße)
  • Strafnormen: Art. 19-58-9, StGB RSFSR
    Art. 58-10/2, StGB RSFSR
    Art. 58-11, StGB RSFSR
    Art. 58-6/1, StGB RSFSR
  • Strafmaß:Todesstrafe
  • Haftorte: Dresden (Bautzner Straße)
    Berlin-Lichtenberg (Gefängnis Nr. 6)
    Brest (Gefängnis Nr. 1)
    Moskau (Gefängnis Butyrskaja)
  • Identifikationsnr.:655227
  • Nachname: Lagler
    Erwin
  • Vorname: Erwin
  • Geburtsdatum: 21.1.1923
    Villach (Österreich)
  • Geburtsort: Villach (Österreich)
  • Verurteilungsdatum:28.2.1951
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Gruppe der sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland (48240)
  • Gerichtsort:Dresden
  • Strafnormen: Art. 58-6/1, StGB RSFSR
  • Strafmaß:Todesstrafe
  • Haftorte: Dresden
    Berlin-Lichtenberg (Gefängnis Nr. 6)
    Brest (Gefängnis Nr. 1)
    Moskau (Gefängnis Butyrskaja)
  • Fotos:
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  • Identifikationsnr.:655234
  • Nachname: Lammer
    Bernhard
  • Vorname: Bernhard
  • Geburtsdatum: 24.10.1914
    Plauen
  • Geburtsort: Plauen
  • Verurteilungsdatum:21.2.1950
  • Mehr:
  • Gericht:SMT 1. Garde-Panzerarmee/Mechanisierte Armee (08640)
  • Gerichtsort:Dresden (Münchner Platz)
  • Strafnormen: Art. 58-10/2, StGB RSFSR
  • Strafmaß:25 Jahre
  • Haftorte: Freiberg
    Dresden (Bautzner Straße)
    Dresden (Münchner Platz)
    Bautzen I
    Torgau (StVA)
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  • Identifikationsnr.:699251
  • Nachname: Lange
    Erich
  • Vorname: Erich
  • Geburtsdatum: 12.6.1909
    Nauendorf Kr. Dresden
  • Geburtsort: Nauendorf Kr. Dresden
  • Verurteilungsdatum:6.2.1947
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Sachsen (SMA/Land)
  • Gerichtsort:Dresden
  • Strafnormen: Erlass vom 19.4.1943, Abs. 1
  • Strafmaß:Todesstrafe
  • Haftorte: Dresden (NKWD/MWD)
    Bautzen (Speziallager)
    Bautzen I
  • Identifikationsnr.:699262
  • Nachname: Lange
    Günter
  • Vorname: Günter
  • Geburtsdatum: ??.??.1929
    Leipzig
  • Geburtsort: Leipzig
  • Verurteilungsdatum:1951
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Gruppe der sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland (48240)
  • Gerichtsort:Dresden (Bautzner Straße)
  • Strafnormen: Art. 58-10/2, StGB RSFSR
    Art. 58-11, StGB RSFSR
    Art. 58-6/1, StGB RSFSR
  • Strafmaß:25 Jahre
  • Haftorte: Dresden (Bautzner Straße)
    Berlin-Lichtenberg (Gefängnis Nr. 6)
    Brest (Gefängnis Nr. 1)
    RetschLag (Sonderlager Nr. 6 Workuta)
    Dubrawlag (Sonderlager Nr. 3, Jawas)
    Frankfurt (Oder) (Lager Nr. 69)
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  • Identifikationsnr.:655494
  • Nachname: Lange
    Harry
  • Vorname: Harry
  • Geburtsdatum: 8.7.1926
    Kieritzsch, Borna
  • Geburtsort: Kieritzsch, Borna
  • Verurteilungsdatum:5.3.1952
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Gruppe der sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland (48240)
  • Gerichtsort:Dresden (Bautzner Straße)
  • Strafnormen: Art. 58-10/2, StGB RSFSR
    Art. 58-11, StGB RSFSR
  • Strafmaß:25 Jahre
  • Haftorte: Dresden (Bautzner Straße)
    Brest
    RetschLag (Sonderlager Nr. 6 Workuta)
    MinLag (Sonderlager Nr. 1 Inta)
    Suchobeswodnoje (UnschLag)
  • Identifikationsnr.:655476
  • Nachname: Lange
    Horst
  • Vorname: Horst
  • Geburtsdatum: 19.12.1927
    Leipzig
  • Geburtsort: Leipzig
  • Verurteilungsdatum:6.8.1949
  • Mehr:
  • Gericht:OSO (Sonderberatung NKWD/MWD/MGB)
  • Gerichtsort: 
  • Strafnormen: Art. 58-11, StGB RSFSR
    Art. 58-6/1, StGB RSFSR
  • Strafmaß:10 Jahre
  • Haftorte: Leipzig I (Moltke-/Kästnerstraße)
    Dresden (Münchner Platz)
    RetschLag (Sonderlager Nr. 6 Workuta)
    Tapiau
    Fürstenwalde (Heimkehrerlager)
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  • Identifikationsnr.:655486
  • Nachname: Lange
    Siegfried
  • Vorname: Siegfried
  • Geburtsdatum: 1.9.1928
    Kieritzsch, Borna
  • Geburtsort: Kieritzsch, Borna
  • Verurteilungsdatum:5.3.1952
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Gruppe der sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland (48240)
  • Gerichtsort:Dresden (Bautzner Straße)
  • Strafnormen: Art. 58-10/2, StGB RSFSR
    Art. 58-11, StGB RSFSR
  • Strafmaß:10 Jahre
  • Haftorte: Dresden (Bautzner Straße)
    Brest
    RetschLag (Sonderlager Nr. 6 Workuta)
  • Identifikationsnr.:655475
  • Nachname: Laspe
    Herbert
  • Vorname: Herbert
  • Geburtsdatum: 22.1.1907
    Dresden
  • Geburtsort: Dresden
  • Verurteilungsdatum:7.4.1950
  • Mehr:
  • Gericht:SMT 1. Garde-Panzerarmee/Mechanisierte Armee (08640)
  • Gerichtsort:Dresden
  • Strafnormen:
  • Strafmaß:25 Jahre
  • Haftorte: Dresden (Bautzner Straße)
    Dresden (Münchner Platz)
    Bautzen I
  • Identifikationsnr.:699276
  • Nachname: Lederer
    Rudolf
  • Vorname: Rudolf
  • Geburtsdatum: 5.2.1921
    Glauchau
  • Geburtsort: Glauchau
  • Verurteilungsdatum:23.3.1948
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Sachsen (SMA/Land)
  • Gerichtsort:Dresden
  • Strafnormen: Erlass vom 4.6.1947, Abs. 2
  • Strafmaß:25 Jahre
  • Haftorte: Dresden
    Bautzen (Speziallager)
    Bautzen I
  • Identifikationsnr.:699280
  • Nachname: Lehmann
    Heinz
  • Vorname: Heinz
  • Geburtsdatum: 12.12.1915
    Dresden
  • Geburtsort: Dresden
  • Verurteilungsdatum:31.12.1947
  • Mehr:
  • Gericht:SMT
  • Gerichtsort:Dresden
  • Strafnormen: Erlass vom 4.6.1947
  • Strafmaß:15 Jahre
  • Haftorte: Dresden (NKWD/MWD)
    Sachsenhausen (Speziallager)
    Untermaßfeld (StVA)
    Brandenburg-Görden (StVA)
  • Identifikationsnr.:699288
  • Nachname: Lehmann
    Heinz
  • Vorname: Heinz
  • Geburtsdatum: 1926
    Leipzig
  • Geburtsort: Leipzig
  • Verurteilungsdatum:30.8.1949
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Sachsen (SMA/Land)
  • Gerichtsort:Dresden
  • Strafnormen: Art. 58-6/1, StGB RSFSR
  • Strafmaß:25 Jahre
  • Haftorte: Dresden (NKWD/MWD)
    Bautzen (Speziallager)
    Bautzen I
    Torgau (StVA)
  • Identifikationsnr.:699282
  • Nachname: Lehmann
    Rudolf
  • Vorname: Rudolf
  • Geburtsdatum: 1.5.1901
    Braunsdorf bei Dresden
  • Geburtsort: Braunsdorf bei Dresden
  • Verurteilungsdatum:30.12.1951
  • Mehr:
  • Gericht:SMT 1. Garde-Panzerarmee/Mechanisierte Armee (08640)
  • Gerichtsort:Dresden (Bautzner Straße)
  • Strafnormen: Art. 58-10/2, StGB RSFSR
    Art. 58-2, StGB RSFSR
  • Strafmaß:10 Jahre
  • Haftorte: Dresden (Bautzner Straße)
    Brest (Gefängnis Nr. 1)
    Workuta
    Tapiau
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  • Identifikationsnr.:778277
  • Nachname: Leißring
    Horst
  • Vorname: Horst
  • Geburtsdatum: 20.9.1918
    Dresden
  • Geburtsort: Dresden
  • Verurteilungsdatum:11.9.1950
  • Mehr:
  • Gericht:SMT 1. Garde-Panzerarmee/Mechanisierte Armee (08640)
  • Gerichtsort:Dresden (Münchner Platz)
  • Strafnormen: Art. 58-10/2, StGB RSFSR
    Art. 58-6/1, StGB RSFSR
  • Strafmaß:25 Jahre
  • Haftorte: Dresden (Münchner Platz)
    Bautzen I
    Brandenburg-Görden (StVA)
  • Fotos:
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  • Kurzbiografie:Widerstand im Nationalsozialismus und gegen das SED-Regime

    Seit 1928 besuchte Horst Leißring die Dreikönigsschule in Dresden. Da er sich weigerte, der Hitlerjugend (HJ) beizutreten, wurde ihm 1933 nahe gelegt, die Schule zu verlassen. Er begann daraufhin 1934 eine Ausbildung zum Maschinenbauer.

    Wegen des Kontakts zu ehemaligen Angehörigen der inzwischen illegalen bündischen Jugend nahm ihn die Gestapo vom 26. August 1936 bis 23. Januar 1937 in sogenannte Schutzhaft im Polizeigefängnis Dresden. Nach seiner Entlassung bildete Horst Leißring – auch unter dem Eindruck seiner Haftzeit – eine Gruppe „sozialistischer Tendenz“ und wurde unter dem Vorwurf der konspirativen Arbeit gegen die Hitlerjugend (HJ) am 5. September 1937 festgenommen. Nach 13 Monaten Untersuchungshaft in Dresden und Berlin verurteilte ihn der 2. Senat des Volksgerichtshofs (VGH) am 17. Oktober 1938 in Berlin wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu acht Jahren Haft, die er im Zuchthaus Waldheim verbüßte. Seine Mutter erwirkte durch ein Gnadengesuch die Entlassung am 26. März 1943.

    Anschließend besuchte Horst Leißring ein Dolmetscherseminar und die Volksbildungsstätte in Dresden. Am 13. Februar 1945 fiel seine Dresdner Wohnung dem alliierten Bombenangriff zum Opfer. Der Einziehung zum Volkssturm entzog er sich durch die Flucht zu Verwandten ins Vogtland.

    Nach Kriegsende arbeitete Horst Leißring als Dolmetscher für die amerikanische Besatzungsmacht und war ein Jahr lang im Landratsamt Oelsnitz unter anderem als Leiter der Kraftfahrstelle angestellt. Seit 1946 Mitglied der Liberal-Demokratischen Partei (LDP), war Horst Leißring Gründer und Leiter der LDP-Betriebsgruppe an der Fremdsprachenschule in Leipzig. Er arbeitete für die Volkssolidarität und holte sein Abitur nach. Als anerkanntes Opfer des Faschismus begann er im Wintersemester 1948/1949 ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Leipzig.

    1949 nahm Horst Leißring gemeinsam mit seinem Mitstudenten Friedrich-Wilhelm Schlomann Kontakt zum Untersuchungsausschuss freiheitlicher Juristen (UfJ) in West-Berlin auf. Die Organisation sammelte Zeugenaussagen und Berichte über Menschenrechtsverletzungen in der DDR und klärte darüber in Flugschriften auf, die in der DDR verbreitet wurden. Horst Leißring und Friedrich-Wilhelm Schlomann versorgten den UfJ bei persönlichen Besuchen in Westberlin mit Informationen über die politischen Zustände in der DDR und über die Stimmung unter den Studenten. Sie erhielten vom UfJ Flugblätter, transportierten diese unter großer Gefahr nach Leipzig und verteilten sie dort. Zuletzt plante Horst Leißring eine Flugschrift, die Spitzel der DDR-Staatssicherheit und besonders fanatische SED-Funktionäre öffentlich bloßstellen sollte. Als Mittelsmann zum UfJ fungierte Ingolf-Ariovist Klein, ein alter Freund Leißrings aus Westberlin.

    Am 14. Juli 1950 wurde Horst Leißring in Leipzig festgenommen und zur Untersuchungshaft der sowjetischen Geheimpolizei nach Dresden verbracht. Ingolf-Ariovist Klein war bereits am 8. Juli verhaftet worden, Schlomann konnte rechtzeitig flüchten. Am 11. September 1950 verurteilte das Militärtribunal der 1. Garde-Mechanisierten Armee (Feldpostnummer 08640) Horst Leißring nach Artikel 58-6, Abschnitt 1 (Spionage) und Artikel 58-10, Abschnitt 2 (antisowjetische Propaganda) des StGB der RSFSR gemeinsam mit seinem Mitstreiter Ingolf-Ariovist Klein sowie der Sekretärin am Institut für Publizistik an der Universität Leipzig Eva-Ingeborg Kleinpaul zu 25 Jahren Freiheitsentzug in einem „Besserungsarbeitslager“. Die Haftstrafe verbüßte er in den DDR-Haftanstalten Bautzen und Brandenburg. Am 16. Januar 1954 wurde er nach Berlin-Friedenau entlassen. Im Spätsommer 1955 nahm er sich im Alter von 36 Jahren das Leben.

    Die Hauptmilitärstaatsanwaltschaft der Russischen Föderation rehabilitierte Horst Leißring am 28. Januar 2000 als Opfer politischer Repressionen.
  • Identifikationsnr.:699295
  • Nachname: Leisten
    Willy
  • Vorname: Willy
  • Geburtsdatum: ??.??.1899
    Görlitz
  • Geburtsort: Görlitz
  • Verurteilungsdatum:13.8.1949
  • Mehr:
  • Gericht:OSO (Sonderberatung NKWD/MWD/MGB)
  • Gerichtsort: 
  • Strafnormen: Art. 58-11, StGB RSFSR
    Art. 58-4, StGB RSFSR
    Art. 58-6/1, StGB RSFSR
  • Strafmaß:25 Jahre
  • Haftorte: Dresden (Münchner Platz)
    Sachsenhausen (Speziallager)
    Orscha
    Moskau (Gefängnis Butyrskaja)
    Dubrawlag (Sonderlager Nr. 3, Jawas)
  • Weitere Dokumente:Hinweis: Für eine weitergehende Nutzung, zum Beispiel für eine Veröffentlichung, bedarf es der Zustimmung der Dokumentationsstelle Dresden. Bitte kontaktieren Sie uns dazu.
  • Identifikationsnr.:656457
  • Nachname: Leitsch
    Curt
  • Vorname: Curt
  • Geburtsdatum: 30.10.1891
    Ponitz, Kreis Altenburg
  • Geburtsort: Ponitz, Kreis Altenburg
  • Verurteilungsdatum:16.11.1949
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Sachsen (SMA/Land)
  • Gerichtsort: 
  • Strafnormen: Kontrollratsgesetz Nr. 10, Art. II, 1b
  • Strafmaß:Lebenslänglich
  • Haftorte: Dresden (NKWD/MWD)
    Bautzen (Speziallager)
    Bautzen I
    Brandenburg-Görden (StVA)
  • Identifikationsnr.:3420341
  • Nachname: Lemmens
    Hubert
  • Vorname: Hubert
  • Geburtsdatum: 20.8.1918
    Grotenrath (Geilenkirchen OT Grotenrath)
  • Geburtsort: Grotenrath (Geilenkirchen OT Grotenrath)
  • Verurteilungsdatum:23.3.1948
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Sachsen (SMA/Land)
  • Gerichtsort:Dresden
  • Strafnormen: Erlass vom 4.6.1947, Abs. 2
  • Strafmaß:25 Jahre
  • Haftorte: Dresden
    Sachsenhausen (Speziallager)
    Untermaßfeld (StVA)
    Waldheim (StVA)
  • Identifikationsnr.:699301
  • Nachname: Lenkscheid
    Paul
  • Vorname: Paul
  • Geburtsdatum: ??.??.1908
    Heidenau
  • Geburtsort: Heidenau
  • Verurteilungsdatum:11.2.1947
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Sachsen (SMA/Land)
  • Gerichtsort:Dresden
  • Strafnormen: Art. 58-2, StGB RSFSR
  • Strafmaß:Todesstrafe
  • Haftorte: Dresden (NKWD/MWD)
    Bautzen (Speziallager)
  • Identifikationsnr.:700676
  • Nachname: Lezius
    Dorothea
  • Vorname: Dorothea
  • Geburtsdatum: 13.4.1903
    Pölwe (Estland)
  • Geburtsort: Pölwe (Estland)
  • Verurteilungsdatum:7.2.1950
  • Mehr:
  • Gericht:SMT 1. Garde-Panzerarmee/Mechanisierte Armee (08640)
  • Gerichtsort:Dresden (Münchner Platz)
  • Strafnormen: Art. 58-10/2, StGB RSFSR
    Art. 58-6/1, StGB RSFSR
  • Strafmaß:25 Jahre
  • Haftorte: Dresden (Münchner Platz)
    Bautzen I
    Hoheneck/Stollberg (StVA)
    Leipzig-Klein Meusdorf (Haftkrankenhaus)
    Waldheim (StVA)
  • Weitere Dokumente:Hinweis: Für eine weitergehende Nutzung, zum Beispiel für eine Veröffentlichung, bedarf es der Zustimmung der Dokumentationsstelle Dresden. Bitte kontaktieren Sie uns dazu.
  • Identifikationsnr.:699317
  • Nachname: Liebelt
    Ingeborg
  • Vorname: Ingeborg
  • Geburtsdatum: ??.??.1933
    Bernau
  • Geburtsort: Bernau
  • Verurteilungsdatum:18.10.1951
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Gruppe der sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland (48240)
  • Gerichtsort:Dresden (Bautzner Straße)
  • Strafnormen: Art. 58-6/1, StGB RSFSR
  • Strafmaß:25 Jahre
  • Haftorte: Dresden (Bautzner Straße)
    Workuta
    Friedland
  • Identifikationsnr.:656914
  • Nachname: Liebezeit
    Karl
  • Vorname: Karl
  • Geburtsdatum: 31.8.1910
    Freital
  • Geburtsort: Freital
  • Verurteilungsdatum:14.3.1949
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Sachsen (SMA/Land)
  • Gerichtsort:Dresden
  • Strafnormen: Art. 58-6/1, StGB RSFSR
  • Strafmaß:25 Jahre
  • Haftorte: Dresden (NKWD/MWD)
    Bautzen (Speziallager)
    Brest (Gefängnis Nr. 1)
    Moskau (Gefängnis Lefortowo)
    Moskau (Gefängnis Butyrskaja)
    RetschLag (Sonderlager Nr. 6 Workuta)
    Unschlag
  • Fotos:
    Hinweis: Für eine weitergehende Nutzung, zum Beispiel für eine Veröffentlichung, bedarf es der Zustimmung der Dokumentationsstelle Dresden. Bitte kontaktieren Sie uns dazu.
  • Identifikationsnr.:699322
  • Nachname: Liebsch
    Rudolf
  • Vorname: Rudolf
  • Geburtsdatum: 6.3.1905
    Großröhrsdorf
  • Geburtsort: Großröhrsdorf
  • Verurteilungsdatum:9.6.1947
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Sachsen (SMA/Land)
  • Gerichtsort:Dresden
  • Strafnormen: Art. 58-2, StGB RSFSR
  • Strafmaß:10 Jahre
  • Haftorte: Dresden
    Bautzen (Speziallager)
    Bautzen I
  • Identifikationsnr.:699326
  • Nachname: Liebscher
    Reinhold
  • Vorname: Reinhold
  • Geburtsdatum: 20.1.1895
    Burkersdorf (Frauenstein OT Burkersdorf)
  • Geburtsort: Burkersdorf (Frauenstein OT Burkersdorf)
  • Verurteilungsdatum:17.5.1946
  • Mehr:
  • Gericht:SMT 1. Garde-Panzerarmee/Mechanisierte Armee (08640)
  • Gerichtsort:Dresden
  • Strafnormen: Art. 58-2, StGB RSFSR
  • Strafmaß:10 Jahre
  • Haftorte: Dresden (NKWD/MWD)
    Sachsenhausen (Speziallager)
    Untermaßfeld (StVA)
    Waldheim (StVA)
  • Identifikationsnr.:699350
  • Nachname: Liebscher
    Siegfried
  • Vorname: Siegfried
  • Geburtsdatum: ??.??.1928
     
  • Geburtsort:  
  • Verurteilungsdatum:10.3.1947
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Sachsen (SMA/Land)
  • Gerichtsort:Dresden
  • Strafnormen: Art. 58-11, StGB RSFSR
  • Strafmaß:10 Jahre
  • Haftorte: Dresden
    Sachsenhausen (Speziallager)
  • Identifikationsnr.:3422002
  • Nachname: Lienig
    Herbert
  • Vorname: Herbert
  • Geburtsdatum: 1.8.1933
    Bersdorf, Kr. Jauer (Targoszyn)
  • Geburtsort: Bersdorf, Kr. Jauer (Targoszyn)
  • Verurteilungsdatum:6.3.1951
  • Mehr:
  • Gericht:SMT 1. Garde-Panzerarmee/Mechanisierte Armee (08640)
  • Gerichtsort:Dresden (Bautzner Straße)
  • Strafnormen: Art. 58-10/2, StGB RSFSR
  • Strafmaß:10 Jahre
  • Haftorte: Dresden (Bautzner Straße)
    Bautzen I
    Halle (Saale) "Roter Ochse"
  • Weitere Dokumente:Hinweis: Für eine weitergehende Nutzung, zum Beispiel für eine Veröffentlichung, bedarf es der Zustimmung der Dokumentationsstelle Dresden. Bitte kontaktieren Sie uns dazu.
  • Kurzbiografie:Verurteilt für die „Verspottung eines Bildes“ eines Führers der UdSSR

    Herbert Lienig wurde in Bersdorf in Schlesien geboren. Er beendete die Schule nach der achten Klasse und begann eine Schlosserlehre im VEB Braunkohlewerk „John Schehr“ in Laubusch – heute ein Stadtteil von Lauta in der Oberlausitz.

    In Laubusch befand sich die Berufsschule für alle Betriebe der Region, die eng mit dem Braunkohleabbau verbunden waren. Hierbei kam es über die Jahre verschiedentlich zu Problemen. Neben einer allgemein eher schlechten Erreichbarkeit der Berufsschule für Lehrlinge aus dem Umland war ein Hauptproblem die schlechte Organisation. Der Unterricht konnte spontan ausfallen, weil kein Lehrer anwesend war oder es schlicht vergessen wurde, dass es ein Unterrichtstag ist. Ebenso konnte es zu kurzfristigen Raumverlegungen, Lehrplanänderungen und Verpflegungsproblemen kommen. Dies alles sind Faktoren, die nicht nur aus den Betrieben heraus angemahnt wurden, sondern vor allem bei den jugendlichen Lehrlingen für wiederholte Frusterfahrungen sorgte.

    So auch am 12. Januar 1951. An diesem Tag wurde der Unterricht ungeplant in das FDJ-Heim, einer Art Baracke, verlegt. Dort war für den Tag der ortsansässige Jugendleiter für die Klasse eingeteilt worden, der unter den Jugendlichen unbeliebt war und sich auch an dem Tag gegenüber den Lehrlingen unfreundlich verhielt. Während der Mittagspause, in der die üblichen Heißgetränke für die Berufsschüler ausblieben, waren diese unbeaufsichtigt und es entlud sich der Frust.

    In jugendlichem Übereifer wollten sich einige Schüler am Jugendleiter rächen. Unter allgemeinem Lärm wurden unter anderem eine DDR-Fahne angekokelt, der Feuerlöscher geleert und Bilder Stalins und Lenins beschädigt beziehungsweise bemalt. Wie Lienig hieran beteiligt war, ist nicht bekannt. Nach der Pause ging der Jugendleiter auf die Geschehnisse nicht ein, sondern setzte den Unterricht fort.

    Am Abend des 12. Januar 1951 wurde Lienig im Haus seiner Eltern durch Volkspolizisten verhaftet. Später wurde er nach Dresden überführt und dort am 18. Januar sowjetischen Sicherheitskräften übergeben, sodass er in das Untersuchungsgefängnis an der Bautzner Straße kam. Hier kam es am 6. März 1951 zum Prozess vor dem Militärtribunal der 1. Garde-Panzerarmee (Feldpostnummer 08640) gegen Lienig und drei weitere seiner Mitschüler: Kurt Donnerstag, Friedhelm Hielscher und Richard Böttge. Für antisowjetische Propaganda wurden alle vier verurteilt, Lienig erhielt zehn Jahre Haft in einem "Besserungsarbeitslager". Ihm wurde vor allem die „Verspottung eines Bildes eines Leiters der Sowjetunion“ zur Last gelegt.

    Kurz darauf erfolgte die Überführung Lienigs und der anderen Jugendlichen in die Strafvollzugsanstalt Bautzen I. Von dort kam er vermutlich im Januar 1952 in die Haftanstalt „Roter Ochse“ in Halle. In der Haft war Lienig vor allem in der Schneiderei tätig, wo er die hohen Normen erfüllte. Die Haftleitung charakterisierte ihn als reuevoll und attestierte eine „einwandfreie Führung“.

    Am 16. Januar 1954 wurde Lienig entlassen. Zeitnah floh er über Berlin in die Bundesrepublik nach Ludwigshafen. Über sein weiteres Schicksal ist nichts bekannt.

    Am 30. Januar 1998 rehabilitierte die Hauptmilitärstaatsanwaltschaft der Russischen Föderation Herbert Lienig als Opfer politischer Repressionen. Zur Begründung heißt es in einem dafür erstellten Gutachten, dass als antisowjetische Agitation und Propaganda verurteilte Taten unabhängig von der tatsächlichen Begründung der Anklage als gesellschaftlich ungefährlich anerkannt seien.
  • Identifikationsnr.:699340
  • Nachname: Lietze
    Fritz
  • Vorname: Fritz
  • Geburtsdatum: 6.1.1926
    Klossow, Kr. Königsberg (Kłosów (Mieszkowice))
  • Geburtsort: Klossow, Kr. Königsberg (Kłosów (Mieszkowice))
  • Verurteilungsdatum:25.1.1950
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Chemnitz (Garnison)
  • Gerichtsort:Dresden
  • Strafnormen: Art. 58-11, StGB RSFSR
    Art. 58-2, StGB RSFSR
  • Strafmaß:20 Jahre
  • Haftorte: Dresden (NKWD/MWD)
    Bautzen I
  • Identifikationsnr.:699333
  • Nachname: Linden
    Heinrich
  • Vorname: Heinrich
  • Geburtsdatum: 16.6.1903
    Bensberg (Bergisch Gladbach OT Bensberg)
  • Geburtsort: Bensberg (Bergisch Gladbach OT Bensberg)
  • Verurteilungsdatum:25.5.1949
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Sachsen (SMA/Land)
  • Gerichtsort:Dresden
  • Strafnormen: Art. 58-6/1, StGB RSFSR
    Kontrollratsgesetz Nr. 10, Art. II, 3b
  • Strafmaß:25 Jahre
  • Haftorte: Dresden (Münchner Platz)
    Bautzen (Speziallager)
    Bautzen I
    Brandenburg-Görden (StVA)
  • Weitere Dokumente:Hinweis: Für eine weitergehende Nutzung, zum Beispiel für eine Veröffentlichung, bedarf es der Zustimmung der Dokumentationsstelle Dresden. Bitte kontaktieren Sie uns dazu.
  • Identifikationsnr.:699335
  • Nachname: Lindner
    Erhart
  • Vorname: Erhart
  • Geburtsdatum: ??.??.1930
    Hohenfichte, Kr. Flöha
  • Geburtsort: Hohenfichte, Kr. Flöha
  • Verurteilungsdatum:28.9.1951
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Gruppe der sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland (48240)
  • Gerichtsort:Dresden (Bautzner Straße)
  • Strafnormen: Art. 58-10/2, StGB RSFSR
    Art. 58-11, StGB RSFSR
    Art. 58-6/1, StGB RSFSR
  • Strafmaß:25 Jahre
  • Haftorte: Dresden (Bautzner Straße)
    Berlin
    Brest
    OserLag (Taischet/Sonderlager Nr. 7)
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  • Identifikationsnr.:657255
  • Nachname: Lindner
    Gerhard
  • Vorname: Gerhard
  • Geburtsdatum: 4.11.1921
    Dresden
  • Geburtsort: Dresden
  • Verurteilungsdatum:29.2.1952
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Gruppe der sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland (48240)
  • Gerichtsort:Dresden (Bautzner Straße)
  • Strafnormen: Art. 58-6/1, StGB RSFSR
  • Strafmaß:Todesstrafe
  • Haftorte: Dresden (Bautzner Straße)
    Berlin-Lichtenberg (Gefängnis Nr. 6)
    Brest (Gefängnis Nr. 1)
    Moskau (Gefängnis Butyrskaja)
  • Fotos:
    Hinweis: Für eine weitergehende Nutzung, zum Beispiel für eine Veröffentlichung, bedarf es der Zustimmung der Dokumentationsstelle Dresden. Bitte kontaktieren Sie uns dazu.
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  • Kurzbiografie:Der verschwundene Architekt

    Der gebürtige Dresdner diente während des Zweiten Weltkrieges im Range eines Unteroffiziers als Fluglehrer bei der Luftwaffe. 1949 schloss er in Dresden sein Studium als Hochbau-Ingenieur ab. Im Weiteren arbeitete Gerhard Lindner, seit 1946 Mitglied der SED, für das Architekturbüro Erich Köckritz, Dresden, unter anderem als Oberbauleiter für den sowjetischen Messepavillon in Leipzig. Im Sommer 1951 wechselte er in eine Meisterwerkstatt der Deutschen Bauakademie in Ost-Berlin.

    Am 17. September 1951 wurde Gerhard Lindner in Ost-Berlin auf dem Weg zur Arbeit verhaftet. Ihm wurde vorgeworfen, dem Mitarbeiter der „Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit“ (KgU) Günter Malkowski Zahlenangaben und Fotografien zu einem Werk in Dresden-Heidenau, einen Stadtplan von Dresden sowie 80 Kennzeichen von sowjetischen Fahrzeugen übergeben zu haben. Auch soll er Angaben über die Tragfähigkeit von Brücken gesammelt haben. Hintergrund der Verhaftung war der Verrat des KgU-Mitarbeiters Hanfried Hieke (Deckname „Walter“).

    Das SMT der Gruppe der sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland (Feldpostnummer 48240) verurteilte Gerhard Lindner am 29. Februar 1952 in Dresden auf der Grundlage des Artikels 58-6, Abs. 1 (Spionage), StGB der RSFSR gemeinsam mit seinem Onkel Walther Fleck, der ihn zur Spionage geworben haben soll, zum Tode durch Erschießen. Der Mitverurteilte Alfred Pötschke erhielt eine Strafe von 15 Jahren „Besserungsarbeitslager“ und überlebte die Lagerhaft im GULag.

    Das Präsidium des Obersten Sowjets der UdSSR lehnte das Gnadengesuch von Gerhard Lindner am 7. Juni 1952 ab. Das Todesurteil wurde am 12. Juli 1952 im Butyrka-Gefängnis in Moskau vollstreckt. Gerhard Lindners Asche wurde in ein Massengrab auf dem Donskoje-Friedhof in Moskau gekippt.

    Seine Ehefrau Elleonore verstarb 1953 im Alter von nur 26 Jahren in Sorge um den Ehemann und die beiden Kinder Brigitte (zum Zeitpunkt der Verhaftung fünf Jahre alt) und Gerhard (sechs Jahre). Sie wuchsen voneinander getrennt als Vollwaisen bei Familienangehörigen in dem Glauben auf, ihr Vater habe die Familie aus privaten Gründen verlassen.

    Suchanfragen der Mutter von Gerhard Lindner, unter anderem an den Staatspräsidenten Wilhelm Pieck, an die Justizministerin Hilde Benjamin sowie an den Schriftsteller und Abgeordneten der DDR-Volkskammer Arnold Zweig blieben ergebnislos. In einem Fall wurde ihr mitgeteilt, sie solle die Ursache für sein Verschwinden allein bei ihm selbst suchen.

    Erst 2006 erfuhren die Kinder durch einen Zeitungsartikel anlässlich der Präsentation des Buches „Erschossen in Moskau“ in Dresden vom furchtbaren Schicksal ihres Vaters.

    Die Hauptmilitärstaatsanwaltschaft der Russischen Föderation rehabilitierte Gerhard Lindner am 10. September 1997.
  • Identifikationsnr.:657269
  • Nachname: Lindner
    Walter
  • Vorname: Walter
  • Geburtsdatum: 23.4.1925
    Spechtshausen / OT von Kurort Hartha
  • Geburtsort: Spechtshausen / OT von Kurort Hartha
  • Verurteilungsdatum:27.2.1951
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Gruppe der sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland (48240)
  • Gerichtsort:Dresden
  • Strafnormen: Art. 58-6/1, StGB RSFSR
  • Strafmaß:25 Jahre
  • Haftorte: Dresden (NKWD/MWD)
    RetschLag (Sonderlager Nr. 6 Workuta)
    Nischni Issetsk (Lager Nr. 476)
  • Identifikationsnr.:699338
  • Nachname: Link
    Friedrich
  • Vorname: Friedrich
  • Geburtsdatum: 23.9.1927
    Radeberg
  • Geburtsort: Radeberg
  • Verurteilungsdatum:2.12.1947
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Sachsen (SMA/Land)
  • Gerichtsort:Dresden (Münchner Platz)
  • Strafnormen: Art. 58-10/2, StGB RSFSR
    Art. 58-4, StGB RSFSR
  • Strafmaß:25 Jahre
  • Haftorte: Dresden (Münchner Platz)
    Bautzen (Speziallager)
    Bautzen I
  • Fotos:
    Hinweis: Für eine weitergehende Nutzung, zum Beispiel für eine Veröffentlichung, bedarf es der Zustimmung der Dokumentationsstelle Dresden. Bitte kontaktieren Sie uns dazu.
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  • Kurzbiografie:Wegen des Verfassens und der Verteilung von antisowjetischen Flugblättern verurteilt

    Friedrich Link trat nach dem Abschluss der Mittleren Reife 1943 eine Lehre bei der Stadtverwaltung Radeberg an. Diese musste er unterbrechen, als er im Februar 1944 zum Reichsarbeitsdienst einberufen wurde und anschließend als Offiziersanwärter in die Kriegsmarine eintrat. Das Ende des Zweiten Weltkriegs erlebte Link an der Kriegsschule der Marine-Artillerie in Husum.

    Mit Ende des Kriegs konnte er seine vorherige Ausbildung nicht fortsetzen und beschritt nach der Ablegung einer Qualifikationsprüfung den Weg des Neulehrers. Als solcher arbeitete er ab Oktober 1946 in Radeberg. Link verlobte sich und trat in die SED ein.

    In seinem beruflichen Umfeld wurde die politische Entwicklung in der SBZ zunehmend mit Sorge betrachtet. So bildete sich unter befreundeten Lehrern ein Gesprächskreis, in dem offen die voranschreitende „Sowjetisierung“ der Ostzone und die sich abzeichnende Abschottung von den anderen Besatzungszonen thematisiert und kritisiert wurden. Im Frühsommer 1947 stieß auch Link zu ihnen.

    Der sich fortsetzende Kurs der politischen Entwicklung in der SBZ animierte die Lehrergruppe auch nach außen zu wirken. So verfasste Link verschiedene Flugschriften, in denen er die SMAD kritisierte und verteilte diese. Infolgedessen gerieten er und die anderen Gruppenmitglieder in den Fokus der sowjetischen Ermittlungsbehörden.

    Am 22. Oktober 1947 durchsuchten sowjetische Sicherheitsorgane Links Wohnung und fanden ein von ihm verfasstes Flugblatt. Daraufhin wurde er in die sowjetische Untersuchungshaftanstalt am Münchner Platz überführt. Dort fand am 2. Dezember 1947 vor dem SMT des Landes Sachsen der Prozess gegen ihn und die anderen Gruppenmitglieder, Werner Baumann, Günther Blaurock, Käthe Scholz, Thea Strauß, Wolfgang Wernicke und Siegfried Wünsche, statt. Auf Grundlage der Artikel 58-4 (Unterstützung der internationalen Bourgeoisie) und Artikel 58-10, Abschnitt 2 (antisowjetische Agitation) verurteilte das Gericht alle Angeklagten zu 25 Jahren Haft in einem „Besserungsarbeitslager“.

    Zwei Wochen später wurde Link in das sowjetische Speziallager Bautzen verlegt. Nachdem das Gefängnis Teil des DDR-Strafvollzugs geworden war, konnte ihn seine Mutter besuchen. Dabei teilte sie ihm die Lösung seiner Verlobung mit. In der Strafvollzugsanstalt Bautzen I wurde Link Mitglied des Gefangenenchors. Am 17. Januar 1954 kam es zu seiner Freilassung nach Radeberg.

    In der DDR hatte Link jedoch keinerlei Berufsperspektive in seinen bisherigen Tätigkeitsfeldern. Daher nutzte er einen Verwandtschaftsbesuch in der Bundesrepublik zur Flucht. Nachdem er als Flüchtling das übliche Aufnahmeverfahren der Bundesrepublik durchlaufen hatte, holte er das Abitur nach und absolvierte eine Lehrerausbildung. In den folgenden Jahrzehnten war er verschiedentlich als Schulleiter sowie in der Schulaufsicht und Lehrerausbildung am Niederrhein tätig.

    Ab 1958 organisierte Link regelmäßige Treffen mit ehemaligen Chormitgliedern der Strafvollzugsanstalt Bautzen I, die ebenfalls in der Bundesrepublik lebten. Diesem Netzwerk früherer Häftlinge blieb er bis ins hohe Alter freundschaftlich eng verbunden. Am 29. September 2009 rehabilitierte die Hauptmilitärstaatsanwaltschaft der Russischen Föderation Friedrich Link als Opfer politischer Repressionen.

    Am 5. Februar 2018 verstarb Friedrich Link.
  • Identifikationsnr.:699341
  • Nachname: Linke
    Herbert
  • Vorname: Herbert
  • Geburtsdatum: 10.2.1907
    Bautzen
  • Geburtsort: Bautzen
  • Verurteilungsdatum:11.10.1950
  • Mehr:
  • Gericht:OSO (Sonderberatung NKWD/MWD/MGB)
  • Gerichtsort: 
  • Strafnormen: Art. 58-14, StGB RSFSR
    Art. 58-6/1, StGB RSFSR
  • Strafmaß:25 Jahre
  • Haftorte: Dresden
    Berlin-Lichtenberg (Gefängnis Nr. 6)
    Wologda
    RetschLag (Sonderlager Nr. 6 Workuta)
    Dubrawlag (Sonderlager Nr. 3, Jawas)
    Fürstenwalde (Heimkehrerlager)
  • Weitere Dokumente:Hinweis: Für eine weitergehende Nutzung, zum Beispiel für eine Veröffentlichung, bedarf es der Zustimmung der Dokumentationsstelle Dresden. Bitte kontaktieren Sie uns dazu.
  • Identifikationsnr.:657350

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