„Im Namen der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken …“

Urteile sowjetischer Militärtribunale (SMT) in Dresden

  • Name
    ID
  • Geburts­datum
    Geburts­ort
  • Verurteilungs­datum
  • Nachname: Kümmel
    Gerhard
  • Vorname: Gerhard
  • Geburtsdatum: 29.11.1921
    Coswig (Sachsen)
  • Geburtsort: Coswig (Sachsen)
  • Verurteilungsdatum:21.03.1952
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Gruppe der sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland (48240)
  • Gerichtsort:Dresden (Bautzner Straße)
  • Strafnormen: Art. 19-58-8, StGB RSFSR
    Art. 19-58-9, StGB RSFSR
    Art. 58-10/2, StGB RSFSR
    Art. 58-11, StGB RSFSR
    Art. 58-6/1, StGB RSFSR
  • Strafmaß:Todesstrafe
  • Haftorte: Dresden (Bautzner Straße)
    Berlin-Lichtenberg (Gefängnis Nr. 6)
    Brest (Gefängnis Nr. 1)
    Moskau (Gefängnis Butyrskaja)
  • Fotos:
    Hinweis: Für eine weitergehende Nutzung, zum Beispiel für eine Veröffentlichung, bedarf es der Zustimmung der Dokumentationsstelle Dresden. Bitte kontaktieren Sie uns dazu.
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  • Kurzbiografie:Für angebliche Terrorvorbereitungen und Spionage zum Tode verurteilt

    Gerhard Kümmel wurde in Coswig als Sohn einer Arbeiterfamilie geboren. Er besuchte die Volksschule und absolvierte im Anschluss eine Ausbildung zum Fräser. Während des Nationalsozialismus war er von 1933 bis 1941 Mitglied der Hitlerjugend. Im Zweiten Weltkrieg leistete er von 1941 bis 1945 Kriegsdienst an der Ostfront. Kümmel war verheiratet und hatte drei Kinder. Zuletzt war er im VEB Druckmaschinenwerk Planeta in Radebeul als Fräser tätig.

    Gemeinsam mit seinem Cousin Heinz Albert entwickelte sich in Kümmel zunehmend eine Distanz zum Aufbau des Sozialismus im ostdeutschen Teilstaat. Die Diskrepanz zwischen demokratischen sowie wirtschaftlichen Versprechen und der Realität in der DDR trat immer offener zu Tage. Beide organisierten sich einen Setzkasten und stellten damit Flugblätter her. Diese verteilten sie des nachts im Raum Coswig, Radebeul und Dresden. Ihre Flugblattaktion gegen das Todesurteil gegen Hermann Flade war hierbei eine ihrer aufmerksamkeitswirksamsten Aktivitäten. Hierfür konnten Kümmel und Albert auch Mitstreiter gewinnen.

    Vom Erfolg ihrer bisherigen Arbeit beflügelt und sich zugleich selbst eingestehend, dass ihr Widerstand dem „Aufbau des Sozialismus“ nur wenig entgegensetzen konnte, entschlossen sich Albert und Kümmel, Kontakt mit der KgU aufzunehmen. Dies erfolgte am 13. April 1951 in West-Berlin. Bei der KgU wurden Albert, Kümmel und die anderen Mitstreiter als Gruppe „Tertia“ geführt und mit Flugblättern sowie antimarxistischen Schriften versorgt. Hierfür lieferte die Gruppe unter anderem Informationen über Verhaftete im Raum Meißen.

    Im Zuge der „Affäre Walter“, bei der durch Verrat eines KgU-Mitarbeiters zahlreiche mit der KgU in Verbindung stehende Widerstandsgruppen auf dem Gebiet der DDR aufgedeckt und verhaftet wurden, kam es in der Nacht vom 16. auf den 17. September 1951 zur Verhaftung von Kümmel und Albert im Haus von Alberts Vater. Beide wurden direkt in das sowjetische Untersuchungsgefängnis in der Bautzner Straße in Dresden gebracht. Weitere 19 Männer aus ihrem Umfeld erlitten das gleiche Schicksal.

    Am 21. März 1952 kam es zum Gruppenprozess vor dem Militärtribunal der Gruppe der sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland (Feldpostnummer 48240) in der Bautzner Straße. Hierbei waren Angehörige verschiedener KgU-Untergrundgruppen angeklagt. Kümmel wurde wegen Spionage, antisowjetischer Propaganda und der Planung eines bewaffneten Aufstands, Terrorismus und „konterrevolutionärer Angriffe“ auf die Infrastruktur sowie die Gründung einer hierauf hinarbeitenden illegalen Organisation zum Tode verurteilt.

    Laut Urteilsbegründung habe Kümmel für die KgU spioniert und den Auftrag gehabt „antisowjetische und antidemokratische Flugblätter […] zu verbreiten“. Unter den weitergegebenen „Spionageinformationen“ waren Personenangaben über Verhaftete, Informationen über Sicherungsmaßnahmen von Betrieben, eine Liste von SED-Funktionären mit Wohnadressen sowie Informationen über eine neue Schreibmaschine, die bei Planeta hergestellt wurde. Zudem soll er den Kontakt zu weiteren Untergrundgruppen geknüpft und sechs weitere Personen angeworben haben. Kümmel habe auch an der Planung von Sabotage- und Terrorakten mitgewirkt und sei dafür bei der Verhaftung im Besitz zweier Ampullen mit stinkenden und selbstentzündlichen Flüssigkeiten sowie einer Pistole gewesen. Die Sabotagemittel habe er jedoch nicht eingesetzt.

    Zur Urteilsvollstreckung wurde Kümmel über Berlin-Lichtenberg und Brest-Litowsk nach Moskau in das Gefängnis Butyrskaja verbracht. Sein Gnadengesuch wurde am 12. Juli 1952 abgelehnt. Vier Tage später erfolgte seine Hinrichtung durch Erschießen. Seine Asche wurde in einem Massengrab auf dem Moskauer Donskoje-Friedhof verstreut.

    Gerhard Kümmel wurde am 20. Januar 1995 durch die Hauptmilitärstaatsanwaltschaft der Russischen Föderation als Opfer politischer Repressionen rehabilitiert.
  • Identifikationsnr.:737184
  • Nachname: Kummer
    Willy
  • Vorname: Willy
  • Geburtsdatum: 10.03.1903
    Ammelsdorf bei Dippoldiswalde
  • Geburtsort: Ammelsdorf bei Dippoldiswalde
  • Verurteilungsdatum:12.10.1946
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Sachsen (SMA/Land)
  • Gerichtsort:Dresden (Münchner Platz)
  • Strafnormen: Art. 58-14, StGB RSFSR
  • Strafmaß:8 Jahre
  • Haftorte: Dresden (Münchner Platz)
    Bautzen (Speziallager)
    Stalinez (Speziallazarett Nr. 1407)
    Prokopjewsk (Lager Nr. 525/7)
    Nischni Issetsk (Lager Nr. 476)
  • Fotos:
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  • Kurzbiografie:Sechseinhalb Jahre Sibirien wegen Pistolenbesitzes

    Willy Kummer wohnte in Dresden-Bühlau und arbeitete als Fleischermeister. Er war verheiratet und hatte einen Sohn. Einer Partei gehörte er nicht an.

    Am 31. Juli 1946 wurde er in Dresden unter dem Vorwurf des Waffenbesitzes verhaftet. Er habe im Keller seines Hauses eine Pistole aufbewahrt, obwohl er die Befehle der sowjetischen Besatzungstruppen, die den Besitz von Feuerwaffen verboten, gekannt habe.

    Das Militärtribunal der Sowjetischen Militäradministration des Landes Sachsen verurteilte Willy Kummer am 12. Oktober 1946 nach Artikel 58-14 der RSFSR („Sabotage“) im Gefängnis Dresden Münchner Platz zu acht Jahren Freiheitsentzug in einem „Besserungsarbeitslager“.

    Über das sowjetische Speziallager Bautzen wurde er am 1. Februar 1947 in die Sowjetunion deportiert. Am 8. März 1947 traf er im Lager Nr. 525 im westsibirischen Gebiet Nowosibirsk ein. Ende 1948 kam er in das Speziallazarett Nr. 1407 Stalinez. Am 1. April 1949 kehrte er von dort in das Zweiglager 7 Prokopjewsk (Kreis Ussjaty) des Lagers Nr. 525 zurück.

    Am 7. Juni 1953 beschloss das Militärkollegium des Obersten Gerichts der UdSSR seine vorfristige Entlassung. Über das Lager Nr. 476 in Swerdlowsk und das Lager Nr. 69 in Frankfurt/Oder kam er am 2. Oktober 1953 zur Entlassung.

    Zuletzt lebte er in Wullenstetten, heute ein Stadtteil von Senden im schwäbischen Landkreis Neu-Ulm.
  • Identifikationsnr.:699213
  • Nachname: Kummerow
    Manfred
  • Vorname: Manfred
  • Geburtsdatum: 08.05.1928
    Leipzig
  • Geburtsort: Leipzig
  • Verurteilungsdatum:03.06.1952
  • Mehr:
  • Gericht:SMT 1. Garde-Panzerarmee/Mechanisierte Armee (08640)
  • Gerichtsort:Dresden (Bautzner Straße)
  • Strafnormen: Art. 58-6/1, StGB RSFSR
  • Strafmaß:20 Jahre
  • Haftorte: Leipzig
    Dresden (Bautzner Straße)
    Berlin-Lichtenberg (Gefängnis Nr. 6)
    Brest (Gefängnis Nr. 1)
    RetschLag (Sonderlager Nr. 6 Workuta)
    Frankfurt (Oder) (Lager Nr. 69)
    Fürstenwalde (Heimkehrerlager)
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  • Identifikationsnr.:699218
  • Nachname: Kunze
    Alfred
  • Vorname: Alfred
  • Geburtsdatum: 28.11.1920
    Hamburg
  • Geburtsort: Hamburg
  • Verurteilungsdatum:31.12.1946
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Sachsen (SMA/Land)
  • Gerichtsort:Dresden
  • Strafnormen: Art. 58-14, StGB RSFSR
  • Strafmaß:10 Jahre
  • Haftorte: Chemnitz
    Dresden
    Brest (Gefängnis Nr. 1)
    Prokopjewsk (Lager Nr. 525)
    Stalinez (Speziallazarett Nr. 1407)
    Nischni Issetsk (Lager Nr. 476)
    Frankfurt (Oder) (Lager Nr. 69)
  • Identifikationsnr.:699225
  • Nachname: Kunze
    Horst
  • Vorname: Horst
  • Geburtsdatum: 18.10.1924
    Zwickau
  • Geburtsort: Zwickau
  • Verurteilungsdatum:05.01.1950
  • Mehr:
  • Gericht:SMT 1. Garde-Panzerarmee/Mechanisierte Armee (08640)
  • Gerichtsort:Dresden
  • Strafnormen: Art. 58-10/2, StGB RSFSR
    Art. 58-11, StGB RSFSR
    Art. 58-6/1, StGB RSFSR
  • Strafmaß:25 Jahre
  • Haftorte: Dresden (Bautzner Straße)
    Dresden (Münchner Platz)
    Bautzen (Speziallager)
    Bautzen I
  • Identifikationsnr.:699229
  • Nachname: Kunze
    Johann
  • Vorname: Johann
  • Geburtsdatum: ??.??.1898
    Zwickau
  • Geburtsort: Zwickau
  • Verurteilungsdatum:25.04.1946
  • Mehr:
  • Gericht:SMT 1. Garde-Panzerarmee/Mechanisierte Armee (08640)
  • Gerichtsort:Dresden
  • Strafnormen: Art. 58-2, StGB RSFSR
  • Strafmaß:Todesstrafe
  • Haftorte: Dresden
  • Identifikationsnr.:700667
  • Nachname: Kurth
    Helmut
  • Vorname: Helmut
  • Geburtsdatum: ??.??.1928
     
  • Geburtsort:  
  • Verurteilungsdatum:27.06.1946
  • Mehr:
  • Gericht:SMT 1. Garde-Panzerarmee/Mechanisierte Armee (08640)
  • Gerichtsort:Dresden
  • Strafnormen: Art. 58-14, StGB RSFSR
  • Strafmaß:7 Jahre
  • Haftorte: Dresden
    Bautzen (Speziallager)
    Prokopjewsk (Lager Nr. 525/7)
    Nischni Issetsk (Lager Nr. 476)
    Donezk (Lager Nr. 280)
  • Identifikationsnr.:3420819
  • Nachname: Kurtz
    Willy
  • Vorname: Willy
  • Geburtsdatum: 23.06.1899
    Dresden
  • Geburtsort: Dresden
  • Verurteilungsdatum:11.02.1947
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Sachsen (SMA/Land)
  • Gerichtsort:Dresden
  • Strafnormen: Art. 58-2, StGB RSFSR
  • Strafmaß:Todesstrafe
  • Haftorte: Dresden
    Bautzen (Speziallager)
    Bautzen I
  • Identifikationsnr.:700670
  • Nachname: Kuschel
    Theo
  • Vorname: Theo
  • Geburtsdatum: 21.01.1911
    Dresden
  • Geburtsort: Dresden
  • Verurteilungsdatum:27.03.1948
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Sachsen (SMA/Land)
  • Gerichtsort:Dresden
  • Strafnormen: Art. 167, StGB RSFSR
    Erlass vom 4.6.1947, Abs. 2
  • Strafmaß:17 Jahre
  • Haftorte: Dresden
    Bautzen (Speziallager)
    Bautzen
  • Identifikationsnr.:699236
  • Nachname: Küster
    Heinz
  • Vorname: Heinz
  • Geburtsdatum: 25.09.1910
    Leipzig
  • Geburtsort: Leipzig
  • Verurteilungsdatum:17.04.1950
  • Mehr:
  • Gericht:SMT
  • Gerichtsort:Dresden
  • Strafnormen: Art. 58-6/1, StGB RSFSR
  • Strafmaß:25 Jahre
  • Haftorte: Dresden
    Bautzen I
    Torgau (StVA)
  • Identifikationsnr.:699239
  • Nachname: Küster
    Rolf
  • Vorname: Rolf
  • Geburtsdatum: 18.06.1929
    Leipzig
  • Geburtsort: Leipzig
  • Verurteilungsdatum:25.05.1949
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Sachsen (SMA/Land)
  • Gerichtsort:Dresden
  • Strafnormen: Art. 58-6/1, StGB RSFSR
  • Strafmaß:25 Jahre
  • Haftorte: Dresden
    Bautzen (Speziallager)
    Bautzen I
    Torgau (StVA)
  • Identifikationsnr.:699238
  • Nachname: Kwasniewski
    Bruno
  • Vorname: Bruno
  • Geburtsdatum: 23.08.1903
    Trebitsch (Trzebicz)
  • Geburtsort: Trebitsch (Trzebicz)
  • Verurteilungsdatum:27.07.1951
  • Mehr:
  • Gericht:SMT Gruppe der sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland (48240)
  • Gerichtsort:Dresden (Bautzner Straße)
  • Strafnormen: Art. 58-6/1, StGB RSFSR
  • Strafmaß:Todesstrafe
  • Haftorte: Dresden (Bautzner Straße)
    Berlin-Lichtenberg (Gefängnis Nr. 6)
    Brest (Gefängnis Nr. 1)
    Moskau (Gefängnis Butyrskaja)
  • Identifikationsnr.:686055

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